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Aschaffenburg - Zu Unserer Lieben Frau
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Die Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau ist die älteste Pfarrkirche Aschaffenburgs. Urkundlich wird sie 1183 erstmals erwähnt.Die Kirche ist sicher schon älter, dürfte gerade in dieser Zeit umgebaut und vergrößert worden sein. Jedenfalls trägt das erhaltene romanische Tympanon eine Bauinschrift des Mainzer Erzbischofs Konrad von Wittelsbach aus dessen zweiter Regierungszeit zwischen 1183 und 1200.
Die Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau unterstand der Kontrolle des Priors des Stiftes St. Peter und Alexander, Aschaffenburg Diese Sonderstellung wurde durch Papst Lucius III. in einem Privileg vom 21.12.1184 bestätigt. Auch wenn die Rechte des Priors später auf das Stiftskapitel übertragen wurden, gelang es der Pfarrei nie, die Unabhängigkeit zu erreichen. Damit blieb den Bürgern Aschaffenburgs ein wichtiges Recht verwehrt, das in vielen anderen Städten zu den bürgerlichen Freiheiten zählte: die Wahl des eigenen Pfarrers.

Unter dem Pfarrer, Stiftskanonikus und erzbischöflichem Kommisarius Christian Stadelmann wurde
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die alte Kirche abgetragen, um einem größeren Neubau Platz zu machen (1768 -1775). Dabei blieb nur der romanische Turm mit seiner gotischen Spitze erhalten. Die Kirche musste aus Platzgründen um 90 Grad gedreht werden, so dass die Kirche heute Nord-Süd orientiert ist. Sie wurde als barocker Saalbau mit eingezogenem Chorraum erbaut, die Mittel dazu brachte allein Christian Stadelmann und seine Schwester Cornelia aus ihrem Privatvermögen auf. Die Grundsteinlegung erfolgte am 20.9.1768 durch den Kurfürst und Mainzer Erzbischof Emmanuel Joseph von Breidbach-Büssesheim. Die Einweihung der zu Ehren Unserer Lieben Frau, des hl. Joseph und des hl. Johann Nepomuk errichteten Kirche wurde am 8.9.1775 durch Erzbischof Friedrich Carl Joseph von Erthal vorgenommen. Schwerste Kriegsschäden erlitt die Kirche im Herbst 1944. Durch den Druck von Luftminen entstanden nicht nur am Turm bedrohliche Risse, sonder es stürzten mit den Dächern auch die Gewölbe über Chor und Langhaus in sich zusammen, womit die vollständige Zerstörung der Deckenfresken verbunden war.
Nach Wiedereinziehung der Decken ergab es sich von selbst, dass in seiner architektonischen Gliederung vor allem der Gewölbezone zurückhaltend gestaltete, "für die Maler" gebaute Raum auch wieder der Deckenmalerei bedurfte. Bei der Frage ob eine mehr oder minder getreue Wiederholung der verlorenen Fresken des 18. Jahrhunderts anzustreben oder eine schöpferische Auseinandersetzung der malerischen Möglichkeiten unserer Zeit mit den Gegebenheiten des barocken Raumesvorzuziehen sei wurde in letzterem die einzige mögliche Konzeption gesehen. So entstand in den Jahren1965 - 1967 die Ausmalung der Kirche, die als ein großes Fresko sich über Chor- und Langhausgewölbe ausbreitet und auch die Rückwand des Kirchenraumes hinter der Orgelempore bis zum Boden herab überzieht. Es kam der Entwurf des Akademieprofessors Hermann Kaspar, München (1904 - 1982) zur Ausführung. Er schuf ein reifes Werk von erstaunlicher schöpferischer Phantasie und bedeutender künstlerischer und religiöser Aussage. Die Fresken im Langhaus zeigen Szenen aus dem Leben Mariens, im Chor ist die Huldigung Gottes und des Lammes durch die 24 Ältesten zu sehen, wie sie im Buch der Offenbarung (Offbg. 4,1-4) geschildert wird.
Der Hochaltar wurde nach dem Vorbild des 1771/72 durch den Mainzer Schreiner Johann Michael Henle gefertigten Hochaltars der Stiftskirche geschaffen. Die in ihren Aufbauten rekonstruierten Seitenaltäre weisen keine Altarblätter, sondern Nischen mit Figuren auf. Links der hl. Joseph, flankiert von dem hl. Nikolaus und dem Erzengel Michael, rechts die hl. Pieta, flankiert von Mutter Anna mit der jugendlichen Maria und der hl. Barbara. Die Figuren sind aus der Erbauungszeit der Kirche. Das Kirchengestühl mit Wangen in geschnitztem Akanthuswerk, um 1700. Kommunionbank mit durchbrochenen Rocaille-Füllung, Holz , Spätrokoko.
 
Grabmäler im Chorraum seitlich des Hochaltars:
An der Ostseite:
Anna Charlotte Maria Gräfin von Ostein, geb. Gräfin von Schönborn, geb. 03. März 1671, gest. 22. März 1746
An der Westseite:
Maria Anna Carolina Franziska Gräfin von Ostein, geb. 03. März 1700, gest. 05. Mai 1765
An der Westwand:
Obristenhofmeister Lothar Franz Michael Freiherr von Erthal, geb. 12. November 1717, gest. 04. Dezember 1805